Jochen Zellmann 26.2.80 Pastell und Bleistift auf Papier
Ein kleines Hochformat, zurückgenommen in den Mitteln und doch von eigentümlicher Spannung. Der warme Ocker des Papiers trägt das Bild, nicht als neutraler Grund, sondern als Farbe, die mitspricht.
Ein weißer Rahmen aus Wachspastell fasst die Fläche, ohne sie einzusperren – die Striche sind ungleichmäßig, atmen, und sind doch gesetzt mittels feiner Bleistiftumrandung in einer Blockform: Ist es eine Tür oder ein Fenster, durch das man blickt? Oder ein Thron? Die untere Hälfte ist durch eine gestrichelte Bleistiftlinie zart aufgeteilt und eröffnet einen dreidimensionalen Raum, der an mittelalterliche Raumvorstellungen erinnert oder an solche aus fernen Kulturen – eine Tiefe, die das kleine Format kaum fassen zu können scheint und es doch fasst.
Oben ein blassblaugrüner Fleck, wie eine Wetterkarte, wie ein Himmelsfetzen; darunter Bleistiftlinien, die an Schrift erinnern, ohne lesbar zu sein – Geste statt Botschaft. Drei fuchsrote Striche ziehen sich von oben nach unten durch die Bildfläche, jeder anders: der obere scharf und länglich, fast schneidend; der zweite kürzer, schwerer; der dritte knapper noch, wie ein Nachklang. Zwischen ihnen: Stille, Papier, Luft. Streift der Fuchs über ein Feld?
Unten rechts Datum und Signatur – 26.2.80, Zellmann –, darunter der Titel in spitzen Klammern: Wetter für Füchse. Ein Titel, der mehr verspricht, als er erklärt. Fuchswetter – das ist kein Begriff aus dem Wetterbuch, sondern einer aus dem Gespür: rau, unberechenbar, für Feinsinnige gemacht.
Schreibe einen Kommentar